In meiner langjährigen Unterrichtserfahrung als Klavierlehrer in Bremen ist mir eines sehr stark aufgefallen: Die wenigsten Schüler/-innen haben nach einem langen und anstrengenden Schultag – oder, je nachdem, Arbeitstag, für die Uni pauken etc. noch Lust, geschweige denn die Kraft und Konzentration, sich effektiv mit theoretischen Inhalten auseinanderzusetzen. In einem Fall ging es so weit, dass mir eine Schülerin klipp und klar sagte, sie wolle definitiv nicht lernen, wie sie Noten liest. Ungeachtet dessen, dass ich ihr zuvor etliche Male ausführlichst erklärte, welche eindeutigen Vorteile es für sie habe, wenn sie eigenständig dazu fähig ist, das Notenmaterial zu lesen.
Diese Erfahrungen haben mich nachdenklich gemacht. Es gab Momente, in denen ich intuitiv deutlich spürte, wenn ich nun auf die klassische Herangehensweise bestehe, verliere ich nicht nur Schülerschaft sondern demotiviere im schlimmsten Fall so sehr, dass der/die Schüler/-in das Interesse Klavier spielen zu lernen ganz verliert. Das führte mich zu der Frage, worum geht es in solchen Fällen eigentlich wirklich? Die kurze Antwort lautet: Spaß am Musizieren! Junge Menschen sind oft sehr zu begeistern, wenn man sie fragt, welche Songs sie aktuell gerne hören und ihnen im Klavierunterricht die Möglichkeit gegeben wird, die Akkorde mitzuspielen, die Melodie im Refrain oder eingängige Melodien oder Bassläufe aus einem Hip Hop Song.
Ich weiß, dass Klavierunterricht in Bremen nicht pauschal bedeutet, dass trockener klassischer Klavierunterricht betrieben wird, wie es schon immer Tradition war. Nein, es gibt ganz wunderbare Kollegen/-innen, die in Bremen einen sehr innovativen, frischen und modernen Klavierunterricht gestalten. Aber nicht selten ist der Klavierunterricht in Bremen, aber natürlich auch andernorts, sehr trocken, was leider in vielen Fällen dazu führt, dass der/die Schüler/-in die Freude am Musizieren verliert.
Als ich Anfing speziell Blues Piano als Klavierunterricht in Bremen anzubieten, viel mir stark auf, wie regelrecht erleichtert viele Schüler waren, endlich auf einen echten Blues Pianisten zu treffen, der in der Lage ist, 100% authentisch Blues Piano zu unterrichten. Sie erzählten mir, wie ihre ehemaligen Klavierlehrer/-innen ihnen in ihrem Klavierunterricht Blues Piano lediglich vom Blatt spielen ließen, was natürlich absolut unbefriedigend ist, wenn man motiviert ist, echten Blues auf dem Klavier zu spielen.
So sammelte ich als Klavierlehrer viele Erfahrungen und Erkenntnisse darüber, wie der Klavierunterricht in Bremen aussieht und welche Bedürfnisse der/die angehende junge Pianist/-in hat bzw. welche Welten unvereinbar aufeinander treffen, hat sich jemand entschieden Blues Piano bzw. auch Boogie Woogie Piano, Rock and Roll Piano und seltener auch Gospel Piano lernen zu wollen und sich daraufhin einem Klavierlehrer/-in „ausliefert“, der/die ausgerechnet die genannten Genres lediglich vom Blatt spielen lässt.
So entwickelte ich in den letzten Jahren ein Konzept für meinen Blues & Boogie Woogie Piano Klavierunterricht in Bremen, welches im Grunde genommen gar nicht so kompliziert ist: Be what you are: A Blues Man. And play and teach the Blues!
